Wie funktioniert euer Hausprojekt?

Unser Hausprojekt ist Teil des Mietshäuser Syndikats. Das Mietshäuser Syndikat (MHS) ist ein überregionaler Zusammenschluss selbstorganisierter Hausprojekte, der seit den 90er Jahren Hausprojektgruppen bei der Planung und Umsetzung eines Hausprojekts durch kompetente Beratung unterstützt. Über 200 MHS-Projekte gibt es zwischen Ostsee und Bodensee, und sie bieten dauerhaft bezahlbaren Wohnraum für etwa 3500 Bewohner*innen in mehr als 70 Städten und Gemeinden. So wird einerseits eine selbstorganisierte, selbstbestimmte Wohnutopie gelebt. Aber die Graswurzelbewegung der Hausprojekte zeigt auch ein Ausweg aus dem angespannten Mietenmarkt auf.

Es gibt allein 25 MHS-Projekte rund um Freiburg, über 30 im Raum Berlin, und etwa zehn in Bayern. Wir wollen das elfte werden! Und damit wir Baugewerbs-Laien uns das nötige Know-how für all die wichtigen Aufgaben von der Vereinsgründung über Hausbesichtigungen und Maklertermine bis hin zu Kaufvertrag, Grundbucheintragung und Dachstuhlsanierung nicht alleine zusammensammeln müssen, haben wir uns Hilfe beim Mietshäuser Syndikat geholt. Wir sind als Hausverein Mitglied im MHS geworden und seitdem stehen uns Hausprojekt-Expert*innen mit jahrzenhtelanger Erfahrung aus über hundert erfolgreichen Hausprojekten beratend und unterstützend zur Seite. Im Unterschied zu vielen Genossenschaften muss beim MHS übrigens kein Eigenkapital eingebracht werden, sodass auch Menschen mit geringen finanziellen Ressourcen teilhaben können. Mehr zur Finanzierung lest ihr 👉 hier.

Unser Haus gehört nicht uns als Einzelpersonen, sondern unserer Haus-GmbH. Das hat den Vorteil, dass wir Bewohner*innen nicht an die Finanzen des Hauses gebunden sind – wenn eins von uns zum Beispiel in eine andere Stadt ziehen will, dann geht das unproblematisch und schadet unserem Finanzplan nicht. Zugleich haben in der GmbH zwei Organisationen ein Stimmrecht: der Hausverein und das Mietshäusersyndikat. Dies dient einzig und allein der Rückversicherung, dass nicht irgendwann ein Hausverein auf die Idee kommt, das (vielleicht mittlerweile im Wert gestiegene) Haus wieder auf dem Immobilienmarkt weiterzuverkaufen und so das schöne Projekt zu zerstören. Damit das nie passieren kann, hat das MHS in unserer GmbH ein Vetorecht. So ist eine künftige Privatisierung des Hauses für immer und ewig ausgeschlossen. Vom Wiederverkauf abgesehen bestimmen wir aber komplett alleine, was in unserem Haus passiert: welche Energieversorgung wir möchten, wie viele der Bäder barrierearm renoviert werden sollen oder in welcher Farbe das Wohnzimmer gestrichen wird. Kein Vermieter der Welt kann uns da reinreden.

Weitere Informationen über die Funktion des Mietshäuser Syndikats und andere Hausprojekte gibt es auf der Homepage www.syndikat.org zu entdecken.

Und wie finanziert ihr das?

Unser Finanzierungskonzept basiert auf vier Säulen:

Bankkredit. Wir nehmen einen Kredit von einer Bank auf, wie es viele Privatpersonen tun, die eine Immobilie kaufen.

Förderung. Für die energetische Sanierung nehmen wir die übliche staatliche Förderung in Anspruch (etwa KfW-Kredite).

Direktkredite. Außerdem leihen wir uns Geld von Menschen, die uns unterstützen wollen. Mehr dazu erfährst du 👉 hier.

Mieten: mittel- und langfristig werden alle laufenden Kosten – Reparaturen am Haus, Nebenkosten, Kredittilgung – durch die Mieten gedeckt, die die Menschen bezahlen. Da sich in unserem Fall aber kein Vermieter am „Investitionsobjekt“ Wohnraum bereichern kann, wird uns niemand die Miete plötzlich erhöhen – wir entscheiden selbst, welchen Wohnstandard wir möchten und wieviel wir bereit sind, dafür zu bezahlen. Somit ist garantiert, dass wir immer eine soziale und günstige Miete haben werden.

Mehr zur 👉 Finanzierung.